Innovation „Made in Altmarktgarten“

In einem Hydroponik-System spielt die Temperatur der Nährlösung eine wichtige Rolle für gesunde Pflanzen. Gerade an warmen Tagen kann sich das Wasser jedoch deutlich erwärmen. Eine klassische aktive Kühlung mit einem Kälteaggregat ist möglich, benötigt aber vergleichsweise viel Energie. Deshalb haben wir Anfang des Jahres im Altmarktgarten eine alternative Lösung gebaut und getestet: einen Verdunstungskühler für das Wasser unseres Hydroponik-Systems.

Das Prinzip ist einfach. Wasser wird aus dem Hydroponik-System in den Kühler gepumpt und dort über drei übereinanderliegende Rieselebenen verteilt. Dadurch entsteht eine große Wasseroberfläche. Gleichzeitig wird mit einem Ventilator Luft durch den Kühler geblasen. Ein kleiner Teil des Wassers verdunstet und entzieht dem verbleibenden Wasser dabei Wärme und die Temperatur sinkt. Das Prinzip ähnelt der natürlichen Verdunstungskühlung und kommt ohne energieintensive Kältemaschine aus.

Zusätzlich haben wir in der Rückleitung eine UV-C-Lampe installiert. Das Wasser passiert die UV-C-Einheit, bevor es zurück in das Hydroponik-System gelangt. Damit soll die Keimbelastung im zirkulierenden Wasser reduziert werden.

Nach den ersten Monaten im Testbetrieb können wir sagen: Die Kühlung funktioniert. Das Testbecken mit angeschlossenem Verdunstungskühler liegt regelmäßig einige Grad Celsius unter der Wassertemperatur des direkt danebenstehenden Vergleichsbeckens. Wie groß der Unterschied ausfällt, hängt unter anderem von Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit ab.

Auch an den Pflanzen können wir einen Unterschied beobachten. Besonders auffällig sind die Wurzeln der Salatpflanzen im gekühlten System, die insgesamt besser und gesünder aussehen als im Vergleichsbecken.

Der Versuch zeigt für uns, dass sich mit einer relativ einfachen Konstruktion und geringem Energieeinsatz die Wassertemperatur eines Hydroponik-Systems spürbar reduzieren lässt. Nun sammeln wir weitere Erfahrungen und Daten, um den Kühler weiter zu optimieren und herauszufinden, wie gut sich das Konzept langfristig im Altmarktgarten bewährt.